Bienenfreunde schleudern Honig

Vieles haben die künftigen Neu-Imker seit dem Start im Frühjahr beim Anfängerkurs am Lehrbienenstand Königshammer bereits gelernt und es gab jede Menge zu tun, denn so einfach kommt der Honig nicht aufs Brot.

Zu den aktuellen Arbeiten am Bienenvolk mit der regelmäßigen Kontrolle gehört auch die Überprüfung des Reifezustands des Honigs. Daniel Vogel, 2. Vorstand des Zeidlervereins Wendelstein 1912 e.V., demonstrierte dies am 12. Juli mit einem Refraktometer: ein tragbares Mikroskop, auf das eine Schicht Honig aufgebracht wird. Durch ein Okkular sieht man gegen das Licht und auf der sichtbaren Skala eine Trennlinie. Dort liest man die Prozentanzeige ab, die den Wassergehalt des Honigs darstellt. Liegt die Zahl unter 18 %, ist der Honig fertig zum Schleudern.

Los ging es aber bereits am Tag vorher, der Stock musste für das Projekt Honiggewinn vorbereitet werden. Wir sorgten dafür, dass möglichst wenig Bienen auf den brutfreien Honigwaben sitzen. Entspannt für Imker und Biene erreicht man dies mit einer Bienenflucht, das ist eine Sperre zwischen den Bienenräumen, die nur von oben nach unten passiert werden kann - also vom Honigraum in den Brutraum - jedoch nicht mehr zurück. Eine andere Option ist das Abfegen der Bienen von den Honigwaben am Schleudertag selbst, jedoch mit mehr Stress für Tier und Mensch verbunden.

Da die Biene den Honig in die Honigwaben einlagert und mit Wachs verdeckelt, musste jede einzelne Wabe von Hand mit der Entdeckelungsgabel entdeckelt werden. Erst dann konnte die Wabe in die Honigschleuder gestellt werden. Zu Beginn schleuderten wir nur leicht an, damit durch das Honiggewicht und die Zentrifugalkraft die dünnen Wachswaben nicht brechen. Der Honig lief erst einmal nur von einer Seite heraus. Dann drehten wir die Waben um und konnten Vollgas geben - nach nochmaligem Wenden wurde nun auch die erste Seite leer geschleudert. Nach ein paar Runden floss unser erster selbst geernteter Honig über ein Sieb in den Honigeimer. Die leeren Waben kamen abends zum Ausschlecken für die Bienen wieder zurück in den Bienenstock. Die Prozedur wiederholte sich dann am nachfolgenden 2. Schleudertag 

Das Bienenjahr neigt sich nun dem Ende zu und zum Abschluss wurde am 27. Juli gemeinsam am Lehrbienenstand Königshammer gegrillt und gefeiert. Das Fässchen Bier wurde noch von dem mittlerweile leider verstorbenen 1. Vorstand Jens Bahner gestiftet, an den Thomas Pfaffinger, sein Nachfolger im Amt, mit seinen Eröffnungsworten erinnerte. Das Sommerfest war gut besucht und wir Neuen freuen uns schon gemeinsam auf das kommende Jahr - dann als Jung-Imker.

 

 

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