Die Asiatische Hornisse breitet sich zunehmend in Franken aus. Um die Situation richtig einschätzen zu können, ist es wichtig, ihren Jahreszyklus zu kennen – vom ersten Primärnest im Frühjahr bis zum Zusammenbruch des Volkes im Spätherbst.
Frühjahr: Start mit dem Primärnest (März–April)
Im zeitigen Frühjahr erwachen die überwinterten Jungköniginnen aus der Winterruhe. Jede Königin beginnt allein mit dem Bau eines Primärnestes. Weitere Hintergrundinformationen: [Asiatische Hornisse | Umweltbundesamt] Fachliche Details zur Art: [Asiatische Hornisse | Umweltbundesamt]
Das Primärnest ist klein (10–20 cm) und wird an geschützten Orten wie Dachvorsprüngen, Schuppen oder Hecken angelegt. Ab Ende April schlüpfen die ersten Arbeiterinnen – der Beginn des eigentlichen Volkswachstums.
Frühsommer: Ausbau und Stabilisierung (Mai–Juni)
Mit den ersten Arbeiterinnen wächst das Volk stetig. Das Primärnest wird erweitert, bleibt aber kompakt. Vertiefte biologische Informationen: [Landesanstalt für Bienenkund]
Die Arbeiterinnen übernehmen Brutpflege, Nestbau und Nahrungssuche. Das Volk erreicht nun einige Dutzend Tiere.
Sommer: Bau des Sekundärnestes (Juli–September)
Ab Juli beginnt das Volk häufig mit dem Bau eines Sekundärnestes, meist in großer Höhe (10–40 m) in Baumkronen oder an Gebäuden. Aktuelle Forschung: [Institut für Bienenkunde und Imkerei]
Das Sekundärnest ist deutlich größer (bis 60–100 cm) und kann 1.500–2.000 Tiere beherbergen. Nur ein Teil der Primärnester wird weiter genutzt; die meisten Völker ziehen vollständig um.
Sichtungen in Bayern: [Sichtungen und Fundorte in Bayern]
Herbst: Produktion der Jungköniginnen (Oktober–November)
Im Herbst produziert das Volk zahlreiche Jungköniginnen und Drohnen. Praxisbericht aus Bayern: [Gefahr durch die Asiatische Hornisse? – YouTube]
Nach der Begattung verlassen die Jungköniginnen das Nest und suchen ein Winterquartier. Das bestehende Volk stirbt im Spätherbst vollständig ab – Arbeiterinnen, Drohnen und die alte Königin. Das Nest wird nicht wieder genutzt.
Winter: Nur Jungköniginnen überleben (Dezember–Februar)
Die Jungköniginnen überwintern einzeln in geschützten Bereichen wie Laubschichten oder Baumrinden. Bestimmungshilfe: [Bestimmungskarte (LWG)]
Die Sterblichkeit ist in dieser Phase sehr hoch.
Entwicklung der Volksstärke über das Jahr
| Zeitraum | Volksstärke | Nesttyp | Aktivität |
|---|---|---|---|
| März–April | 1 Königin → wenige Arbeiterinnen | Primärnest | sehr gering |
| Mai–Juni | Dutzende Arbeiterinnen | Primärnest | moderat |
| Juli–August | Hunderte Arbeiterinnen | Sekundärnest | stark steigend |
| September | bis 1.500–2.000 Tiere | Sekundärnest | maximale Aktivität |
| Oktober–November | abnehmend | Sekundärnest | Produktion von Jungköniginnen |
| Winter | nur Jungköniginnen | kein aktives Nest | keine Aktivität |
Biologie und Lebenszyklus
Monitoring: Einsatz von Dochttöpfen
Die Dochttöpfe dienen ausschließlich der Beobachtung und Dokumentation der Asiatischen Hornisse – sie fangen keine Insekten. Offizielle Anleitung: [Anleitung Dochttöpfe]
Sie helfen dabei, Sichtungen zu erfassen, Fotos zu machen und Hinweise auf Nestaktivität zu gewinnen.